Taufen in unserer Gemeinde

Liebe Tauffamilie,

Taufkerzen Christuskirche
Bildrechte: S. Bürklin

wie schön, dass Sie Ihr Kind in unserer Gemeinde taufen lassen wollen! Ihr Kind ist einmalig, von Gott gewollt und geliebt, und das feiern wir mit Ihnen in der Taufe. 
Auch die Taufe selbst ist ein einmaliges Ereignis. Deswegen möchten wir mit Ihnen gemeinsam dafür sorgen, dass dieser Tag für Sie unvergesslich bleibt. 

Natürlich gibt es bei uns auch die Möglichkeit, sich als Jugendlicher (z.B. im Rahmen der Konfirmation) oder als Erwachsener taufen zu lassen. Sprechen Sie uns an!

Auf dieser Seite erhalten Sie nützliche Infos zur Frage "Was ist die Taufe eigentlich?" sowie zur Vorbereitung Ihrer Feier. 

Wassertrog
Bildrechte: Rainer Sturm I pixelio.de
Babyschuhe
Bildrechte: Simone Hainz I pixelio.de

Taufe - was ist das eigentlich?

Die christliche Taufe hat eine lange Tradition, die sogar noch älter ist als das Neue Testament. Waschungen und Wasserrituale gab es nämlich schon im Judentum und auch in anderen Religionen. Klar, Wasser ist ein wichtiger Grundstoff des Lebens, und als Symbol hat es viele Bedeutungen: Reinheit, Erneuerung, Fruchtbarkeit und Leben.

Unsere christliche Taufe geht auf Johannes den Täufer zurück. Wie der Name schon sagt, hat er die Menschen zur Zeit Jesu getauft, um sie symbolisch von ihren Sünden reinzuwaschen. Auch Jesus hat sich von ihm taufen lassen.

Daneben bekam die christliche Taufe aber noch eine zweite Bedeutung, die der Beschneidung aus dem Judentum ähnlich ist: Durch die Taufe wird der Täufling in die Gemeinschaft der Christen aufgenommen.

Am Anfang hat man vor allem Erwachsene getauft, die sich ganz bewusst zum Christentum bekannten. Damals wurde der ganze Körper untergetaucht. Paulus hat aber schon ganze Familien getauft, und da waren sicher auch Kinder dabei.

In dieser frühen Zeit des Christentums ist auch das Patenamt entstanden. Damals waren die Christen im römischen Reich nicht gerne gesehen und sie mussten immer mit der Angst Leben, ein Spitzel der Römer könnte sich als Taufanwerber bei ihnen einschleichen. Deswegen mussten Täuflinge einen Paten stellen, einen, der sich für sie verbürgen konnte.

Als das Christentum bald zur Religion der Mehrheit wurde, hat sich dann die Kindertaufe durch-gesetzt. Die Eltern wollten unbedingt sicherstellen, dass ihre Kinder durch die Taufe von der Sünde „reingewaschen“ wurden und bei einem plötzlichen Tod in den Himmel kamen.

Heute argumentiert man anders für die Kindertaufe: Gottes Gnade und Liebe bekommt jeder Mensch geschenkt, ohne dass er dafür erstmal was leisten müsste. Wenn wir Kinder taufen wird das besonders deutlich. Damit ist die Kindertaufe eine schöne Demonstration der Liebe Gottes.

Außerdem wissen junge Eltern von Anfang an: Dieses neue Leben wollen wir beschützen, so gut wir können. Aber wir haben nicht alles in der Hand. Schon die Schwangerschaft war eine Zeit, in der wir trotz bester Vorsorge nie sicher sein konnten, ob alles gut geht. So ist es auch weiterhin. Weil wir das wissen, legen wir die Letztverantwortung für unser Kind in Gottes Hände und bitten um seinen Schutz und Beistand.

Auch die Paten haben heute eine neue Funktion. Anstatt für den Täufling zu bürgen, helfen sie ihm und den Eltern bei den Schwierigkeiten des Aufwachsens und erzählen ihm von ihren Erfahrungen mit Gott, schenken ihm vielleicht die erste Kinderbibel oder nehmen dihr Patenkind in den Kinder-gottesdienst mit.

Neben der Aufnahme in die Gemeinschaft der Christen und der Bitte um Gottes Beistand hat die Taufe noch zwei wichtige Funktionen:

  • Sie verbindet den Täufling erstens mit Jesus Christus. Christus ist gestorben und auferstanden. Das wird symbolisch nachempfunden durch das Untertauchen und wieder Auftauchen aus dem Wasser, auch wenn wir uns in der Pauluskirche auf das Übergießen und Abtrocknen beschränken. So soll die Taufe klar machen: Gottes Liebe hat Bestand, auch über den Tod hinaus.
  • Außerdem bitten wir in der Taufe um die Sendung des Heiligen Geistes. Das heißt nichts anderes, als dass wir uns wünschen: Gottes unsichtbare Kraft und Gegenwart soll Ihr Kind erfüllen und durchs Leben begleiten.

Alles in Allem handelt also in der Taufe der Dreieinige Gott: Der Vater, der Ihr Kind geschaffen hat, der Sohn, der auferstanden ist wie ihr Kind auferstehen wird, und der Geist, der Ihr Kind erfüllen und begleiten soll.

Unser Kind zum Glauben hinführen – aber wie? Hilfreiche Tipps

Im Taufversprechen wird der Pfarrer zu Ihnen sagen:

Durch eure Liebe soll bei eurem Kind erstes Vertrauen in Gott entstehen. Seine Liebe ist noch größer als die von uns Menschen jemals sein kann. Deswegen sollt ihr euer Kind zum Glauben hinführen, ihm beibringen wie man betet und ihm helfen, ein lebendiger Teil der Kirche zu sein. Seid ihr dazu bereit, so antwortet: Ja, mit Gottes Hilfe!

Auch wenn man dazu bereit ist, ist es gar nicht so einfach das alles umzusetzen. Wie soll ich mein Kind zum Glauben hinführen? Wie könnte ich ihm auf kindgerechte Weise beibringen, wie man betet? Und was bedeutet es, ein lebendiger Teil der Kirche zu sein? Hier ein paar Anregungen, die Spaß machen. 

Tischgebet

Alle guten Gaben, alles was wir haben, kommt oh Gott von dir, wir danken dir dafür!

Guter Gott, das war ein anstrengender Vormittag! Wir haben gespielt und viel Neues gelernt. Jetzt sitzen wir hungrig am Tisch. Danke für das gute Essen! Bitte segne unsere gemeinsame Mahlzeit und schenk uns einen erholsamen Nachmittag. Amen.

Gebetswürfel
Bildrechte: Thomas May Müller I pixelio.de

Tipp: Gerade kleine Kinder mögen es, wenn man sich dazu oder zum anschließenden "guten Appetit!" die Hände reicht. 

Idee: Ein Gebetswürfel! Den kann man kaufen oder gemeinsam basteln. Dazu einen Holzwürfel mit Schleifpapier glätten und mit wasserfestem Stift mit den Lieblingsgebeten beschriften. Im Internet gibt es alternativ Papiervorlagen zum Ausschneiden und zusammenkleben. 

Abendritual mit Gebet

Eine Geschichte vorlesen – vielleicht sogar aus der Kinderbibel! 
Für die Kleinen gibt es die Bibel auch als Wimmelbuch. Anschließend folgt ein Gebet, frei oder aus einem Gebetbüchlein.
Auch eine Idee: Eine Gebets-App, wie zum Beispiel "Kinderbibel: Tägliches Gebet". 

"Tagesschau":
"Guter Gott, du bist groß! (Hände nach oben strecken)
Die weite Welt hast du geschaffen. (Mit der Hand einen Halbkreis beschreiben)
Jeder Tag ist wie eine Schale. (Hände zur Schale formen)
Ich schau, wie meine Schale heute gefüllt ist. (In die Schale blicken)
Mit schönen Erlebnissen, aber auch mit Ärger und Traurigkeit. Mit dem Kind den Tag Revue passieren lassen 
Guter Gott! (Hände nach oben strecken)
Ich danke dir für alles, was du mir gibst. (Hände zur Schale formen)
Ich vertraue dir auch das an, was heute nicht so gut war.
Ich lege es jetzt in deine Hände. (Schale auf den Boden legen)
Amen."

Kindergottesdienst

Schon ab etwa einem Jahr können Sie mit Ihrem Kind bei uns in den Kindergottesdienst, zu unserem Kiki-Gottesdienst oder zum „5 Brote 2 Fische Gottesdienst“ kommen. Dort wird gesungen, gespielt und es werden Geschichten erzählt. Weitere Infos dazu finden Sie hier

Tauferinnerung

Ihr Kind wird sich an seine Taufe vermutlich nicht erinnern. Aber Sie haben Fotos, vielleicht eine Taufkerze und können ihm von diesem Tag erzählen. Es macht Spaß, das einmal im Jahr, am Tag der Taufe, richtig zu zelebrieren: das Kind mit einem Tauflied wecken, die Taufkerze auf den Frühstückstisch stellen und kurz erzählen, wie das damals war. Damit sie den Tag auch nicht vergessen, bietet die Evangelische Kirche sogar einen Tauferinnerungsservicehttp://taufe.bayern-evangelisch.de/tauferinnerung.php

Feste im Jahreskreis feiern

Krippe
Bildrechte: Dieter Schuetz I pixelio.de

Besonders schön ist es, gemeinsam das Kirchenjahr zu feiern. Auf den Martinszug gehen, Adventslieder singen, einen Adventskranz gemeinsam basteln, die Weihnachtsgeschichte lesen, eine vielleicht sogar selbstgemachte Krippe aufstellen.

Aber auch jenseits von Weihnachten bieten sich viele Möglichkeiten: Die Fastenzeit vor Ostern bewusst gestalten (vielleicht auf Süßigkeiten oder etwas anderes verzichten oder statt fernsehen gemeinsam spielen), am Palmsonntag Palmsträußchen binden, am Karfreitag an einem Kinderkreuzweg teilnehmen, in der Osternacht zum Osterfeuer aufstehen, zum Osterfrühstück selbstbemalte Ostereier essen, ein Pfingstfeuer besuchen, an einem Erntedankgottesdienst teilnehmen … Es ist bestimmt auch für Ihre Familie etwas dabei!

Dazu können Sie immer in der Kinderbibel nachlesen, was es mit dem jeweiligen Fest auf sich hat. Sie können mit Ihrem Kind basteln, malen und singen und ihm so spielerisch den Glauben und christliche Traditionen vermitteln. 

Zum Abschluss noch ein paar Buchtipps: 

  • Gertrud Weidinger: "Mit Kindern durch das Jahr"
  • Claudia Pfrang und Marita Raude-Gockel: "Das große Buch der Rituale"
  • Werner Laubi und Annegret Fruchshuber: "Kinderbibel"
  • Deutsche Bibelgesellschaft: "Das große Bibelbilderbuch"
  • Rainer Oberthür: "Neles Buch der großen Fragen"

Kindergottesdienste

Kinderwagen in der Kirche

In unserer Gemeinde gibt es drei Formen von Kindergottesdienst.