Konzeption

 

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83043 Bad Aibling
Tel.: 08061-35294

 

kiga.regenbogen.aibling@elkb.de
www.aibling-evangelisch.de/Kindergarten  

Kindergarten-Team

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Konzeption
 

 

 

 

 

Gliederung
Vorwort Träger und Team
1. Struktur und Rahmenbedingungen unserer Einrichtung
1.1 Informationen  zu unserer Einrichtung
1.1.1 Zusammenarbeit mit dem Träger
1.1.2 Personal und Öffnungszeiten
1.1.3 Elternbeiträge
1.2 Geschichte
1.3 Lage und Einzugsgebiet
1.4 Rechtliche Grundlagen
2 Orientierung und Prinzipien unseres Handelns
2.1 Unser Menschenbild
2.2 Unser Verständnis von Bildung
2.2.1 Bildung als sozialer Prozess
2.2.2 Stärkung von Basiskompetenzen
2.2.3 Inklusion - Vielfalt als Chance
2.3 Unsere pädagogische Haltung
3 Übergänge des Kindes im Bildungsverlauf (Transitionen)
3.1 Übergang Familie - Kindergarten
3.2 Übergang Kindergarten - Grundschule
4. Pädagogik der Vielfalt - Organisation und Moderation von Bildungsprozessen
4.1 Differenzierte Lernumgebung
4.1.1 Arbeits- und Gruppenorganisation
4.1.2 Raumkonzept und Materialvielfalt
4.1.3 Tagesablauf
4.1.4 Festgestaltung
4.2 Partizipation und Ko-Konstruktion
4.3 Bildungs- und Entwicklungsdokumentation
5 Kompetenzstärkung der Kinder
5.1 Pädagogische Angebote
5.2 Umsetzung der Bildungs- und Erziehungsbereiche
5.2.1 Wertorientierung und Religiosität
5.2.2 Christliche Erziehung
5.2.3 Sprache und Literacy
5.2.4 MINT
5.2.4.1 Mathematische Bildung
5.2.4.2 Informations- und Kommunikationsmedien
5.2.4.3 Naturwissenschaft und Technik
5.2.5 Umweltbildung
5.2.6 Musik
5.2.7 Ästhetik, Kunst, Kultur und Kreativität
5.2.8 Gesundheit, Ernährung, Bewegung,Entspannung und Sexualität
5.2.8.1 Gesundheit
5.2.8.2 Ernährung
5.2.8.3 Bewegung
5.2.8.4 Entspannung
5.2.8.5 Sexualität
6 Kooperation und Vernetzung
6.1 Demokratisch-partizipative Bildungs- und Erziehungspartnerschaft mit den Eltern
6.2 Kooperation mit Personen und Institutionen
6.3 Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung
7 Qualitätsmanagement
7.1 Fortbildungen
7.2 Qualitätssicherung der pädagogischen Arbeit
7.3 Beschwerdemanagement

Verantwortliche / Team


„Wenn die Kinder klein sind, gib ihnen Wurzeln,

wenn sie groß sind, gib ihnen Flügel.“

So wie die Wurzeln einen Baum halten, geben wir den Kindern durch Rituale, Stammgruppen und feste Bezugspersonen Halt und Sicherheit.

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Der schiefe Baum

Dieser Baum ist alt und krumm,
doch er fällt nicht um,
denn seine Wurzeln, die sind stark
und halten ihn fest den ganzen Tag.

Auch Kinder brauchen starke Wurzeln,
damit sie nicht durch den Alltag purzeln,
sondern immer fest im Leben stehn
und voller Freud nach vorne sehn.

Johanna Weigl

 

 

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Vorwort des Trägers

Liebe Eltern,

unser evangelischer Kindergarten „Zum Regenbogen“ ist ein Ort für Kinder. So vielfältig wie die Farben im Regenbogen sind auch die Kinder, die unter unserem Regenbogen leben, lachen, lernen, spielen.
Jedes Kind ist ein einmaliger Gedanke Gottes, wunderbar gemacht, mit Gaben und Fähigkeiten ausgestattet.

Ziel aller Arbeit im Kindergarten ist es, dass jedes Kind seine Gaben und Fähigkeiten entdecken und entwickeln kann. Dazu gehört das individuelle Eingehen auf das einzelne Kind genauso, wie die Gemeinschaft in der Gruppe.

Der Kindergarten ist Teil unserer evangelisch – lutherischen Kirchengemeinde Bad Aibling.
Die Kinder sollen deshalb auch Erfahrungen mit dem christlichen Glauben machen.
Kindgemäße Gebete, Lieder, biblische Geschichten sowie das Feiern christlicher Feste haben ihren festen Platz im Leben des Kindergartens. Besonders wichtig ist uns, dass die religiöse Erziehung in ökumenischer Offenheit geschieht.

Gemeinsam mit Ihnen, liebe Eltern, wird uns eine gute Betreuung und Förderung der Kinder besser gelingen.
Deshalb wünschen wir uns eine gute Zusammenarbeit zwischen den Eltern, dem Kindergartenteam und der evangelisch – lutherischen Kirchengemeinde.

Pfarrerin Katharina Rigo
Für den Träger des Kindergartens
 

Vorwort des Kindergartenteams

Anhand dieser Konzeption möchten wir Ihnen unsere Arbeit im evangelischen Kindergarten „Zum Regenbogen“ vorstellen.

Unsere religiöse Grundhaltung ist die Basis für unser pädagogisches Handeln. Deshalb hat der wertschätzende Umgang miteinander und mit der Schöpfung für uns einen sehr hohen Stellenwert. Für uns ist jedes Kind einmalig und von Gott geliebt. In unserer täglichen Betreuungs-, Bildungs-, und Erziehungsarbeit setzen wir diese Werte um.

Wir wollen den Kindern die Möglichkeit bieten, eigene Erfahrungen zu sammeln, von anderen zu lernen und sich im sozialen Kontext auseinander zu setzen.
Wie wichtig eigene Erfahrungen sind, wusste auch schon Konfuzius (551 – 479 v. Chr.):

„Erzähle es mir, und ich werde es vergessen.
Zeige es mir, und ich werde mich erinnern.
Lass es mich tun, und ich werde es behalten.“

Ihr Kindergartenteam „Zum Regenbogen“

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1. Struktur und Rahmenbedingungen unserer Einrichtung

1.1 Informationen zu unserer Einrichtung

1.1.1 Zusammenarbeit mit dem Träger
Einmal im Monat bekommen wir Besuch unseres Trägervertreters (Pfr. Strauß). Durch die Gestaltung des gruppenübergreifenden Morgenkreises tritt er in direkten Kontakt zu den Kindern. Ebenfalls findet an diesem Termin ein kurzer Austausch mit der Kindergartenleitung statt.
Vierteljährlich trifft ein Ausschuss des Kirchenvorstandes auf das Gesamtteam des Kindergartens, um den gegenseitigen Austausch zu fördern.
Es findet zusätzlich ein kontinuierlicher Info-Austausch zwischen der Leitung und dem Trägervertreter der Einrichtung statt.
Bei diversen Festivitäten wird Pfarrer Strauß mit einbezogen, so kann auch der Kontakt zu den Familien hergestellt werden.

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1.1.2 Personal und Öffnungszeiten

Zahl der Fachkräfte
In unserer Einrichtung arbeiten 6 Erzieherinnen und 5 Kinderpflegerinnen, meist als Teilzeitkräfte.

Zusätzliches Personal:
Küchenhilfe (täglich über die Mittagszeit)
Hausmeister (nach Bedarf)
Reinigungsfirma

Organisationsstruktur
1 Erzieherin als Leiterin der Einrichtung und als Gruppenleiterin
1 Erzieherin als stellvertretende Leiterin und Gruppenleitung
4 Erzieherinnen in Teilzeit als Gruppenleiterinnen
4 Kinderpflegerinnen zur Unterstützung der jeweiligen Gruppenleitung, meist in Teilzeit
1 SPS-Praktikantin

Öffnungszeiten
Mo - Do: 7:00 Uhr bis 15:30 Uhr
Fr: 7:00 bis 14:30 Uhr

Ferienzeiten
Höchstens 30 Schließtage im Kindergartenjahr verteilt auf:
Sommer – und Weihnachtsferien; Faschingsdienstag
Höchstens 5 einzelne Schließtage für Teamfortbildungen

Kernzeit
Die Kernzeit ist von 8:30 bis 12:30 Uhr, in dieser Zeit müssen die Kinder anwesend sein, damit sie im Sinne unseres Bildungsauftrags am pädagogischen Angebot teilnehmen können.
Folglich beträgt die Mindestbuchungszeit: 4 -5 Stunden.

Bring- und Abholzeiten
Von 07:00 Uhr bis 08:00 Uhr werden die Kinder in einer Gruppe betreut.
Ab 08:00 Uhr sind alle drei Stammgruppen geöffnet.
Alle Kinder müssen bis spätestens 8:30 Uhr in ihrer Kindergartengruppe sein.
Früheste Abholzeit ist zwischen 12:30 Uhr und 13:00 Uhr.
Familien die länger als 13:00 Uhr gebucht haben, können ihr Kind zwischen 13:15 Uhr und 15:30 Uhr abholen.

Die Abholzeit richtet sich nach den individuellen Buchungszeiten.

1.1.3 Elternbeiträge
 

 

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Kind bleibt kurze Zeit
alleine in der Gruppe

 

• Kind hat keine
  Vorerfahrungen
• Kind wirkt ängstlich
  und/oder weint
• Eltern sind skeptisch

 

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Eltern bleiben mit dem
Kind gemeinsam in der
Gruppe

Je nach Verlauf der ersten Tage stimmen wir mit den Eltern die weitere Vorgehensweise ab.

Ziele der Eingewöhnung:
 • Aufbau einer vertrauensvollen Erziehungspartnerschaft
 • Aufbau einer tragfähigen Beziehung zum Kind
 • Gestaltung eines positiven Übergangs

3.2 Übergang Kindergarten - Grundschule
Die Kinder werden intensiv auf die Schule vorbereitet. Vorschule beginnt schon ab dem ersten Kindergartentag, weil das Kind von Anfang an Fähigkeiten und Fertigkeiten einübt, die für die Schule wichtig sind. Innerhalb der Stammgruppen fassen wir immer wieder die Kinder zu altershomogenen Gruppen zusammen. Dies dient uns dazu, die Gruppenzugehörigkeit zu stärken. In diesen kleineren Gruppen werden durch gezielte Angebote alle Sinne der Kinder angesprochen.
Im Vorschuljahr (letztes Kindergartenjahr) ist es uns besonders wichtig, den Kindern den Start in die Schule zu erleichtern. Fertigkeiten, die in der Schule wichtig sind, werden meist in Kleingruppenarbeit (Vorschulgruppe) vermittelt. Auch gruppenübergreifend werden die Kinder am Ende der Kindergartenzeit zusammengefasst, um dort gezielt auf die Schule vorzubereiten.

Folgende Aktionen unternehmen wir mit den Vorschulkindern:
 • Schulbesuch
 • Gespräche über die Schule und den neuen Lebensabschnitt
 • Häufiger Kontakt mit den Schulkindern vor Ort aufgrund der örtlichen Nähe

Zum Abschied gibt es noch besondere Aktionen nur für die Vorschulkinder:
 • Vorschulausflug
 • Vorschulübernachtung
 • Abschiedsfest
Um den Übergang zu erleichtern, arbeiten wir eng mit den örtlichen Grundschulen zusammen. Unser Ansprechpartner für die Kooperation ist eine Grundschullehrerin. Die Kooperationsbeauftragte im Kindergarten ist Ingeborg Böjte (stellv. Leitung). Beide Verantwortliche treffen sich in regelmäßigen Abständen zur Informationsweitergabe und zur Planung.

Folgende Formen der Kooperation finden bei uns statt:
 • Fachlicher Austausch mit der Schule; dazu ist die schriftliche Einwilligung der Eltern notwendig
 • Informationsabend für Vorschuleltern durch eine Grundschullehrerin mit Beteiligung des Kindergartenpersonals
 • Durch Bildungsfinanzierungsgesetz (BIF-Stunden) bekommt die Schule die Möglichkeit, Aktionen mit unserer Einrichtung durchzuführen (z. B Turnstunde in der Schule, Besuch der Märchenerzählerin in der Schule)

Seit dem Schuljahr 2001/2002 gibt es für Kinder mit Deutsch als Zweitsprache den Vorkurs Deutsch. Seit Oktober 2013 gibt es für Kinder mit geringfügigen sprachlichen Auffälligkeiten, z. B. fehlende Sprachaktivität, geringer Wortschatz, leichte Probleme in der Grammatik, den „Vorkurs 240 neu“(Deutsch als Erstsprache). Dieser Vorkurs umfasst insgesamt 240 Schulstunden. Davon werden 120 Stunden vom pädagogischen Personal im Kindergarten und 120 Stunden von den Lehrkräften an den Grundschulen durchgeführt. Wie der Vorkurs gestaltet wird, obliegt den durchführenden Personen. Im Kindergarten findet eine Dokumentation zur jeweiligen Durchführung statt.
Jährlich führen wir eine Sprachstandserhebung mit den Kurzfassungen der Beobachtungsbögen „sismik“ und „seldak“ durch. Wird bei Kindern ein zusätzlicher Förderbedarf im Deutschen festgestellt, sprechen wir eine Vorkursempfehlung aus. Gemeinsam mit den Eltern wird die weitere Vorgehensweise besprochen.

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4 Pädagogik der Vielfalt

4.1 Differenzierte Lernumgebung

4.1.1 Arbeits- und Gruppenorganisation

Wie schon unter 2.3 erwähnt, haben wir in unserer Einrichtung Stammgruppen. Wir achten auf eine ausgewogene Alters- und Geschlechtsmischung.
In jeder Gruppe sind mind. 1 Erzieherin und 1 Kinderpflegerin als Fachpersonal eingesetzt.
Durch viele Teilzeitkräfte in unserem Haus haben wir die Möglichkeit, in den betreuungsintensivsten Zeiten auf eine dritte Kraft zurückzugreifen.

4.1.2 Raumkonzept und Materialvielfalt

Erdgeschoss:

  • Mäusegruppe                                              53,16 m² + 12,96 m² (Galerie)
  • Igelgruppe                                                  53,16 m² + 12,96 m² (Galerie)
  • Biberlgruppe                                               53,88 m² + 12,96 m² (Galerie)
  • Kinderküche                                                22,9 m²
  • Toiletten- und Waschraum für 2 Gruppen
  • Büro
  • Eingangshalle mit zwei Spielbereichen        91,67 m²
  • Speicher als Stauraum 2x  
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Untergeschoss:

  • Küche                                                         14,65 m²
  • Musikzimmer                                              20,01 m²
  • Himmelszimmer                                         19,26 m²
  • Malzimmer                                                 19,26 m²
  • Turnraum mit Materialraum                        50,35 m²
  • Garderobe                                                  37,87 m²
  • Toiletten- und Waschraum für 1 Gruppe
  • Flur
  • Hausarbeitsraum
  • Personaltoilette mit Dusche
  • Heizungsraum
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    Turnraum

 

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     Musikzimmer

 

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     Himmelszimmer 

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       Malzimmer

 

 

 

 

 

Die räumlichen Bedingungen bieten viele Möglichkeiten zum Zurückziehen und Innehalten, aber auch zu Aktionen und Bewegung.
Wir legen Wert auf eine ästhetische Ausgestaltung der Räumlichkeiten mit sinnvollem, kindgerechtem Spielmaterial. Durch die so vorbereitete Umgebung schaffen wir eine positive Lernatmosphäre.
Das einfache und anregende Spielmaterial soll die Kinder zu kreativem und konzentriertem Spiel anleiten und Denk- und Lernprozesse anregen.
Durch das Bereitstellen vielfältiger Materialien, werden die Kinder dabei in den verschiedenen Bildungsbereichen, die auch im Bildungs- und Erziehungsplan verankert sind, gefördert.
Die unterschiedlichen Spielmaterialien sind verschiedenen Spielbereichen zugeordnet und für die Kinder leicht zugänglich. Es gibt z. B. Bauecken, Puppenecken, Eisenbahnecken, Malbereiche, usw. - diese werden den Bedürfnissen der Kinder angepasst.
Durch Beobachtung des Spielverhaltens der Kinder können wir auf ihre Bedürfnisse zeitnah reagieren, und in Absprache mit den Kindern Materialauswahl oder Raumgestaltung verändern (Partizipation).
Sobald ein Kind in seiner Stammgruppe gut integriert ist, bietet sich ihm die Möglichkeit die anderen Gruppen zu besuchen oder die Spielbereiche im Eingangsbereich zu nutzen:

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Außenanlage
 • Großer Garten mit Bäumen, Büschen, die natürliche, schattige Rückzugs- und Spielmöglichkeiten bieten
 • ein Atrium,
 • Steinschlange: gepflasterter Sitzkreis
 • Hangrutsche
 • Fußballtor
 • Basketballkorb
 • Kletterturmanlage
 • Nestschaukel
 • großer Sandkasten (Sand wird in regelmäßigen Abständen erneuert)
 • verschiedene Gartenhäuser
 • 3 Schaukeln

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Über die Stadt Bad Aibling, die mit dem TÜV zusammenarbeitet, werden unsere Spielgeräte nach den Sicherheitsbestimmungen begutachtet.

Wir nutzen täglich vor dem Mittagessen unsere Außenanlage, um allen Kindern Bewegung und Spiel an der frischen Luft zu ermöglichen.
Nachmittags bietet sich je nach Wetter, Lust und Laune, die Möglichkeit im Garten zu spielen.

Es gelten bestimmte Regeln im Garten, die je nach Bedarf angepasst, erweitert und ergänzt werden. Dabei werden die Kinder miteinbezogen.

4.1.3 Tagesablauf

Ein Tag im Kindergarten „Zum Regenbogen":

07:00 bis 08:00 Uhr:   Ankommen und Betreuung der Kinder in der Frühgruppe

08:00 bis 08:30 Uhr:   Alle Gruppen haben geöffnet, es ist Freispielzeit alle Kinder sind da (Ende der Bringzeit)

08:30 Uhr:                   Morgenkreis

 

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5.2 Umsetzung der Bildungs- und Erziehungsbereiche
5.2.1 Werteorientierung und Religiosität

Unser Leitgedanke:
Gott hat uns wunderbar gemacht – wir sind einmalig!

 

 

 

 

 

Werte
Werte bezeichnen Vorstellungen einer Gesellschaft und haben in diesem Kulturkreis einen sehr hohen Stellenwert. Es wird erwartet, bestimmte Werte einzuhalten.

Religiosität
Jeder Mensch ist ein Kind Gottes. Kinder sind darauf angewiesen vertrauensbildende Grunderfahrungen zu machen, die sie ein Leben lang tragen. Das bedeutet für uns, allen Menschen in unserer Einrichtung, egal welcher Religion, mit einer offenen und wertschätzenden Grundhaltung zu begegnen. Umgekehrt erwarten wir, dass sich Familien in unser Konzept einfügen und unsere christliche Grundhaltung respektieren.

Umsetzung im Kindergartenalltag
Es ist uns wichtig, den christlichen Glauben im Alltag zu leben, erlebbar zu machen und für die ganzheitlichen Erfahrungszusammenhänge sensibel zu sein. So wird christlicher Glaube bei uns gelebt:

  • Aufgreifen von Festen und Feiern im Jahreskreis: Verdeutlichung durch biblische Geschichten (z. B. Weihnachten = Geburt Jesu)
  • Glauben leben, in aktiver Kirchengemeinde (z. B. freiwillige Teilnahme an Gottesdienstausgestaltungen…)
  • monatliche Besuche des Trägervertreters: Unser evangelischer Pfarrer bringt uns eine Bibelgeschichte und ein christliches Lied mit.

 

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5.2.3 Sprache und Literacy
Die Literacy-Erziehung umfasst alles rund um Erzähl-, Buch-, Reim- und Schriftkultur. Sprache bezeichnet sowohl die verbale Kommunikation, z. B. sprachlicher Ausdruck von Gefühlen und Gedanken, als auch die nonverbale Kommunikation, z. B. Mimik, Gestik, Körperhaltung.
Sprache ist eine Schlüsselqualifikation und somit wesentliche Voraussetzung für schulischen und beruflichen Erfolg und wichtig für die Teilhabe am gesellschaftlichen und kulturellen Leben.
 

 

 

Umsetzung im Kindergartenalltag

  • Morgenkreis
  • Unterhaltungen am Brotzeittisch
  • Gesprächsrunden, aktives Zuhören
  • Rollenspiele
  • Fingerspiele, Geschichten
  • gemeinsames Singen
  • gezielte Übungen zu Anlauten und Reimen
  • dialogorientierte Bilderbuchbetrachtungen
  • Vorlesepaten: Eltern kommen nach Absprache in den Kindergarten und gehen mit einer Kleingruppe in einen geeigneten Raum zum Vorlesen
  • Namen der Kinder sind immer wieder als Schriftbild zu finden
  • Vorkurs (siehe 3.2 Übergänge vom Kindergarten in die Grundschule)
  •  

5.2.4 MINT
Der Begriff „MINT“ fasst die Bildungsbereiche Mathematik, Informations- und Kommunikationsmedien, Naturwissenschaft und Technik zusammen.



5.2.4.1 Mathematische Bildung
Mathematische Bildung hat in der heutigen Wissensgesellschaft eine zentrale Bedeutung. Ohne mathematische Grundkenntnisse ist ein Zurechtkommen im Alltag nicht möglich. Im Kindergarten schaffen wir bereits die Basis für ein lebenslanges mathematisches Lernen.
Mathematisches Denken entwickelt sich erst im kommunikativen Austausch mit Erwachsenen. Jeder Abstraktion liegen konkrete Erfahrungen und praktisches Tun mit allen Sinnen zu Grunde.

 

 

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• Tischspiele, Würfelspiele (Mengenerfassung)
• Freispiel: Bauecke und Konstruktionsmaterial zum Bauen, Ausprobieren mit Gewicht und Größe; Sanduhren mit verschiedenen Zeiteinheiten
• Rituale: Zählen im Morgenkreis (Abzählen der Kinder, Erarbeiten des Datums)
• Ordnung: Tägliches Aufräumen und Sortieren des Spielmateriales
       ◦ Schulen der Raum-Lage-Wahrnehmung (im Regal, auf dem Schrank, usw.)
• Vorbereitete Umgebung: Nummerierung der Treppenstufen
• Hauswirtschaftliche Angebote:
       ◦ Abwiegen, Abmessen von Mengen beim Kochen und Backen
       ◦ Tischdecken: Wie viele Plätze sind am Brotzeittisch, wie viele Tassen und Teller habe ich schon/ brauche ich noch?
• Spezielle mathematische Angebote
       ◦ Entenland: Spielerisches Erlernen von Formen und Farben und Orientierung im Raum (innen, außen, oben, unten)
       ◦ Zahlenland: Spielerischer Umgang mit Zahlen und Mengen
• Reihenfolgen einhalten
       ◦ Bei Übungen des täglichen Lebens z. B. Anziehen
       ◦ Beim Legen oder Fädeln von Spielmaterialien, z. B. Perlenkette
       ◦ Ordnungsaspekt: Beim Gewinnen von Spielen (Erster, Zweiter, Dritter, ...)

 

5.2.4.2 Informations- und Kommunikationsmedien

Medienkompetenz
Kinder bei der Entwicklung von Medienkompetenz zu unterstützen, ist eine eigenständige Bildungsaufgabe im Kindergarten.
Medien dienen zur Vermittlung von Informationen und werden unterschieden in
• auditive Medien
• visuelle Medien
• audivisuelle Medien

Unser Ziel ist es, die Kinder im sachgerechten, selbstbestimmten und verantwortungsvollen Umgang mit Medien zu unterstützen und zu fördern.

Umsetzung
• Sach- und Bilderbuchbetrachtungen
• Bücherkiste zur freien Verfügung
• CD´s und Kassetten anhören
• Nutzung des Internets als Informationsquelle
• Besuch in der Bücherei
• Foto-CD für die Familien vom Kindergartenjahr
• Transparenz der pädagogischen Arbeit durch Aushänge

Im Kindergartenalltag werden zunehmend auch moderne Medien (z. B. das Internet) genutzt. Bei auftretenden Fragen machen wir uns gemeinsam mit den Kindern auf den Weg, um Antworten zu finden (Ko –Konstruktion).
• Bilderbücher
• Sachbücher
• Lexikon
• Internet

 

5.2.4.3 Naturwissenschaft und Technik
Naturwissenschaften prägen unser tägliches Leben und nehmen großen Einfluss auf unseren Alltag. Sie liefern uns Grundlagenwissen über Vorgänge in der Natur. Wir als Kindergarten nehmen den natürlichen Forschungsdrang der Kinder auf und unterstützen sie in ihrer kindlichen Neugierde (Wissensdurst).

Umsetzung
• Kennenlernen verschiedener Aggregatszustände
     ◦ Kochen – Wasserdampf (gasförmig)
     ◦ Experimente mit Schnee und Eis
• Wetterbeobachtungen
• Physikalische Beobachtungen
     ◦ Teebeutelrakete steigt nach oben (siehe Geburtstagsfeier)
• Erleben physikalischer Kräfte
     ◦ Schaukeln
     ◦ Verschiedene Fahrzeuge in Bewegung bringen
     ◦ Kreisel
• Erproben mechanischer Vorgänge
     ◦ Bagger im Sandkasten
     ◦ Werkbank
• Experimentieren mit Farben
• Licht und Schatten
• Gleichgewicht
     ◦ Körperwahrnehmung
• Statik
     ◦ Turm bauen
• Strom
     ◦ Elektrobaukasten
• Magnetismus
     ◦ Magnetisches Konstruktionsmaterial
• Feuer
     ◦ Experimente zum Entzündungsdreieck

In sogenannten Lernwerkstätten sind kleine Experimente vorbereitet, welche die Kinder eigenständig ausprobieren können.

 

5.2.5 Umweltbildung
Umweltbildung und –erziehung im Elementarbereich nimmt traditionell ihren Ausgang von der Naturbegegnung, von Erlebnissen mit Tieren und Pflanzen. Der Umgang mit Naturmaterialien regt Fantasie und Kreativität in hohem Maße an – ein Potenzial, das zu nutzen ist.
Kindern ist die Begegnung mit der Natur zu ermöglichen, um ihnen darin zugleich vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten zu eröffnen.
Es ist wichtig, dass Kinder die Werterhaltung an sich selbst, an anderen und gegenüber der Natur entwickeln (Achtsamkeit, Fürsorge, Mitempfindung und Verantwortung, umweltschützendes Verhalten).

Umsetzung
• Naturerfahrungen
     ◦ Spaziergänge in die ländliche Umgebung (Mangfall, Tiere in der Umgebung…)
     ◦ Waldtage
     ◦ Gartenanlage des Kindergartens
     ◦ Hochbeet
     ◦ Sammeln und Spielen mit Naturmaterialien
     ◦ Naturbeobachtungen (z. B. von der Raupe zum Schmetterling, vom Ei zum Huhn)
     ◦ Wetterbeobachtungen auch bezogen auf die Jahreszeiten
     ◦ Becherlupen (genaues Betrachten kleiner Lebewesen oder Pflanzenteile)

• Umweltbewusstsein und Umweltschutz
     ◦ Im Tagesablauf durch Müllvermeidung bzw. -trennung
     ◦ Gespräche über die Natur
     ◦ Basteln mit Naturmaterialien
     ◦ Bewusster Umgang mit Ressourcen in Bezug auf
        - Papierverschwendung (am Maltisch nehmen wir uns ein Papier und malen ein Bild darauf, nicht nur einen Strich)
        - Wasserverschwendung (beim Händewaschen Wasser sparen)
        - Stromverbrauch (wenn wir in den Garten gehen, schalten wir das Licht im Zimmer aus, bei genügend Tageslicht bleibt das Licht ganz aus)

5.2.6 Musik
Selbst Mozart sagte schon:
„Ohne Musik wäre alles nichts!“

… deshalb begleitet uns Musik den ganzen Tag in verschiedenen Situationen.

Kinder sind von Geburt an musikalisch, mit Neugier und Faszination begegnen sie der Welt der Musik.
Musik trainiert aktives Zuhören, was für Lernen und Verstehen grundlegend ist und die Entwicklung vielfältig beeinflussen kann.

 

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Umsetzung

Singen und Sprechen
• Tägliches Singen im Morgen- und Mittagskreis mit   Gitarrenbegleitung
• Fingerspiele und Klatschspiele
• Kreisspiele
• Rhythmisches Sprechen im Morgenkreis als Ritual
      ◦ Guten Morgen …, schön dass du da bist!
      ◦ z. B. Heute ist Montag, der 31. Oktober
 

 

Singen und Gestalten
• Musikalisches Rollenspiel zu St. Martin
• Sommerfest mit Aufführung der Kinder

Musizieren
• Kennenlernen und Erproben von Instrumenten (Orff-Instrumente)
• Liedbegleitung mit Orff-Instrumenten
• Klanggeschichten

Musik und Bewegung
• Tänze
• Rhythmische Bewegungserziehung (Einsatz von körpereigenen Instrumenten, z. B. klatschen, patschen, schnipsen…)

Musik hören
• CD`s
• Lauschen und Horchen (einzelne Töne, Geräusche)
• Stilleübungen


5.2.7 Ästhetik, Kunst, Kultur und Kreativität
Ästhetische Bildung und Erziehung hat immer mit Kunst und Kultur zu tun. Dadurch entfalten Kinder ihr kreatives, künstlerisches Potenzial.
Ästhetische Bildung spricht das Kind in seiner Gesamtpersönlichkeit an.
Kinder erkunden und erschließen ihre Umwelt von Geburt an mit allen Sinnen.

Fühlen – Gestalten
• Zeichnen, Malen, Basteln, schreiben (kreativer Umgang mit verschiedenen Materialien und Techniken)
• durch spielerische Aktivitäten
• Legearbeiten (verschiedene Kettmaterialien)
• Werken (Werkbank mit verschiedenen Werkmaterialien in einem separaten Raum)

Sprechen – Sehen
• Rollenspiele (darstellendes Spiel)
• Puppentheater
• Kunst betrachten

Hören
• Lieder
• Geschichten
• Gedichte
• Fingerspiele
• Tanz

Die Kreativität und Ästhetik der Kinder wird durch die Erwachsenen angeregt, z. B.
• Wie wird der Brotzeittisch gedeckt?
• Wie gestalte ich Aushänge?
• Farbabstimmungen
• usw.

Kreativität zeigt sich auch im Denken. Wir unterstützen die Kinder darin kreative Lösungsmöglichkeiten für Probleme zu entwickeln. Der Alltag im Kindergarten bietet ein großes Lernfeld für kreatives Denken.
Bei Streit unter den Kindern z. B. gibt es keine vorgefertigte Lösung. Sie versuchen, den Konflikt (so weit wie möglich) allein zu lösen. Auch dieses dient der Stärkung der Persönlichkeit der Kinder.

 

5.2.8 Gesundheit, Ernährung, Bewegung, Entspannung und Sexualität

5.2.8.1 Gesundheit
Gesundheitserziehung bedeutet den positiven, achtsamen und wertschätzenden Umgang mit dem eigenen Körper und der Umgebung und ist ein wichtiger Bestandteil unserer täglichen pädagogischen Arbeit.

Hygiene und Sauberkeitserziehung

Hygiene
Wir führen die Kinder an das gründliche Händewaschen heran, z. B.
• vor der Zubereitung von Mahlzeiten
• vor den Mahlzeiten
• nach dem Toilettengang
• nach dem Spielen im Garten
• nach dem Niesen
• usw.

Wir sensibilisieren die Kinder für die Sauberkeit in ihrem Umfeld, z. B.
• Sauberkeit am Brotzeitplatz
• ordentliches Abspülen des benutzten Geschirrs
• Benutzung der Spülung nach dem Toilettengang
• in den Spielbereichen keine Straßenschuhe
• Ordnung am Garderobenplatz

Wir sensibilisieren die Kinder in Bezug auf den sozialen Kontext (Achtsamkeit):
• wir niesen und husten niemanden an
• hygienischer Umgang mit dem Taschentuch

Sauberkeitserziehung

Wickelkinder:
Wir nehmen in unserer Einrichtung auch Kinder auf, die noch eine Windel tragen.
In Absprache mit den Eltern und angepasst an den Entwicklungsstand des Kindes ist es unser Ziel, gemeinsam das Kind in der Sauberkeitserziehung zu unterstützen.
• In einem separaten Raum befindet sich ein Wickeltisch (geschützte Intimsphäre).
• Jedes Kind hat eine eigene Wickelunterlage und Windeln, die von den Eltern mitgebracht werden.
• Das Personal beachtet Hygienevorschriften (Wickeltisch desinfizieren, Einmal-handschuhe tragen).

Wechselkleidung:
Jede Kindergartenfamilie bringt einen Beutel mit Wechselkleidung mit (Unterwäsche, Socken, Hose, Pullover).

Dies ist uns wichtig, da es auch mal vorkommt, dass sich die Kinder anschütten oder nasse Socken (vom Spielen draußen) haben. So haben die Kinder ihre eigene Kleidung zum Wechseln.

 

5.2.8.2 Ernährung (siehe auch S. 24 Mahlzeiten)

Gesundes Essen
• Wir kommen mit den Kindern am Brotzeittisch ins Gespräch, z. B. auch über die mitgebrachte Brotzeit und gesunde Ernährung.
• Einmal im Monat gestalten wir mit den Kindern einen Müslitag.
• Schulobst: Wir nehmen am Schulobstprogramm teil. Hierbei steht jedem Kind eine kleine Portion Obst und Gemüse zur Verfügung. Beim Schälen und Schneiden werden die Kinder miteinbezogen.
• Erntedank: Mitgebrachte Erntedankgaben werden jedes Jahr mit den Kindern verarbeitet z. B. Gemüsesuppe, Obstsalat.



5.2.8.3 Bewegung
Bewegung zählt zu den grundlegenden Betätigungs- und Ausdrucksformen von Kindern. Bewegungserfahrungen sind für die gesamte Entwicklung des Kindes entscheidend, da Bewegung und Lernen untrennbar miteinander verbunden sind. Bewegung wird grundsätzlich unterschieden in Grobmotorik und Feinmotorik.

Grobmotorik: Bewegungen von Kopf, Rumpf, Armen und Beinen
Feinmotorik: Bewegung der Finger, Zehen und der Gesichtsmuskeln

Grobmotorik:

Die Motorik entwickelt sich von der Grobmotorik zur Feinmotorik. Erst wenn Grundfertigkeiten im Bereich der Bewegung erworben wurden, können diffizilere Bewegungen erlernt werden.

Unser wunderbarer Garten regt die Kinder an, sich zu bewegen. Alle Grundbedürfnisse können hier aufgegriffen werden: Rennen, Klettern, Schaukeln, Hüpfen, Rutschen, Balancieren und Spielen im Sandkasten.

Zusätzlich zu den Angeboten an den großen Spielgeräten haben die Kinder Fahrzeuge zur Verfügung, auf denen sie sowohl fahren, als auch mitfahren können.

Unser großer Turnraum bietet ebenfalls viel Raum für unterschiedliche Bewegungsangebote. Hier stehen vielfältige Materialien zur Verfügung (Bälle, Klettergerüst, Pedalo, Hängematten, usw.).

Jede Gruppe hat einen festen Turntag in der Woche. Dieser wird für gezielte Turnstunden und den Aufbau von Bewegungslandschaften genutzt. Zum Turnen ziehen die Kinder Turnkleidung an, was wiederum auch die Selbständigkeit fördert.

Immer wieder nutzen wir unsere wunderschöne Landschaft für Spaziergänge, sowohl Acker und Wiesen als auch Kies und Wasser (an der Mangfall) sind hierbei unsere Ziele.

Es finden regelmäßig Waldtage statt. Diese Tage verbringen wir mit den Kindern den gesamten Vormittag im Berblinger Wald. Der Wald ermöglicht den Kindern besondere Natur- und Bewegungserfahrungen.
Einmal im Jahr findet ein Sportfest am Spielplatz an der Mangfall statt.
Verschiedene Kreisspiele, Bewegungen zu Liedern, Tanz und Rhythmik sind fester Bestandteil unsers Alltages.

Bewegung an der frischen Luft:
• Freispiel im Garten (wenn möglich bei jedem Wetter)
• Die Kinder können ihren natürlichen Bewegungsdrang ausleben.
• Spaziergänge
• Turnstunde im Freien

Feinmotorik:

Feinmotorische Kompetenzen sind Grundvoraussetzungen für die Schule:
• richtige Stifthaltung fördert die Ausdauer beim Schreiben
• Auge-Hand-Koordination trainiert das Zusammenspiel der Gehirnhälften
• taktile Reize regen die Wahrnehmung und die Durchblutung an (z. B. kneten, Massagen)
• Steck- und Fädelspiele fördern die Koordination der Finger
• Fingerspiele trainieren die Fingerfertigkeit

 

5.2.8.4 Entspannung

Uns ist es wichtig, dass die Kinder zwischendurch immer wieder zur Ruhe kommen. Durch Massagen, kurze Ruhepausen oder einer Legearbeit wird ihnen die Möglichkeit gegeben. Durch unsere Materialvielfalt bieten wir den Kindern auch im Alltag Rückzugs- und Entspannungsmöglichkeiten, z. B. Röhre und Vogelnestschaukel im Garten, Hängematte im Turnzimmer, Liegemöglichkeit in den Gruppenzimmern.



5.2.8.5 Sexualität
Die Kinder haben das Recht auf ihre Intimsphäre. Beim Toilettengang und evtl. beim Wickeln wird darauf geachtet, dass eine Bezugsperson des Kindes hilft, wenn nötig. Will sich ein Kind nicht mit allen Kindern im Turnraum zum Turnen umziehen, so darf es sich selbstverständlich in einem anderen Raum umziehen.
Kinder haben ein natürliches Interesse am anderen Geschlecht. Unser Ziel ist es, die Kinder sensibel dafür zu machen, ihre eigenen körperlichen Grenzen wahrzunehmen, zu spüren und auch anderen klar mitzuteilen. Für uns ist es wichtig, diese individuellen Grenzen der Kinder zu berücksichtigen, zu thematisieren und darauf einzugehen. Das ist nur durch eine vertrauensvolle Basis möglich.
Altersgemäße Gespräche sollen helfen, dass Kinder ein klares „Nein“ aussprechen können und dass andere Personen diese Grenze der Kinder auch akzeptieren können. Durch diese Offenheit mit dem Thema Sexualität, den neutralen Umgang mit Bildern in Bilderbüchern („ Conni geht schwimmen“) oder durch Körperpuzzle erleben die Kinder, dass auch wir unvoreingenommen mit dem Thema Sexualität umgehen.

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6 Kooperation und Vernetzung

6.1 Demokratisch-partizipative Bildungs- und Erziehungspartnerschaft
mit den Eltern
Eltern sind Experten ihrer Kinder. Durch einen partnerschaftlichen Umgang zwischen dem pädagogischen Personal und den Eltern erfolgt die Zusammenarbeit zum Wohl des Kindes.
• Familie ist der wichtigste und erste Bildungsort für Kinder, denn Bildung beginnt von Geburt an
• Familien haben unterschiedliche Bedürfnisse und Ressourcen
• Kindergarten und Eltern haben gemeinsam die Verantwortung für eine gute Bildung und Entwicklung des Kindes
Information der Eltern über den Entwicklungsstand
Regelmäßig finden Elterngespräche über den Entwicklungsstand des Kindes statt. Dafür werden Termine mit den Eltern vereinbart. Entwicklungsgespräche finden mindestens 1x jährlich statt und werden dokumentiert. Ziel eines Entwicklungsgesprächs ist der Austausch und die Vereinbarung von Zielen für eine gute Entwicklung und Bildung des Kindes.
Zusätzlich findet in Form von Tür- und Angelgesprächen ein regelmäßiger Austausch statt.

Information der Eltern über den Kindergartenalltag
• Vor Beginn der Kindergartenzeit
      ◦ Hausführung, um Kindergarten und Arbeitsweise in unserem Kindergarten kennenzulernen,
      ◦ Schnuppernachmittag für alle neu angemeldeten Kinder mit ihren Eltern in ihrer zukünftigen Gruppe

• Während der Kindergartenzeit
      ◦ Elternbriefe in der Elternpost vor jeder Gruppe
      ◦ Transparenz der pädagogischen Arbeit durch Aushänge und gegenständliche Gestaltung der aktuellen Thematik in den verschiedenen Gruppen
      ◦ Gestaltung des „Jahreszeitentisches“ zu aktuellen Themen, die den gesamten Kindergarten betreffen
      ◦ Aushänge an der Infotafel im Eingangsbereich
      ◦ Tür- und Angelgespräche
      ◦ Elternabende

Elternbefragung:
Einmal jährlich findet eine anonyme Elternumfrage statt. Diese wird ausgewertet und das Ergebnis ausgehängt. Anregungen und Kritikpunkte werden im Team und mit dem Träger reflektiert.

Elternbeirat:
Der Elternbeirat wird von den Eltern für ein Jahr gewählt. Seine Aufgabe ist es, die Zusammenarbeit zwischen Eltern und pädagogischem Personal zu fördern. Er wird bei der Planung des Kindergartenjahres mit einbezogen. Er entscheidet über Aktivitäten, die von Elternseite für die Kinder und Familien des Kindergartens organisiert werden, z.B. Martinsfeier, Sommerfest, Sportfest u.a. und organisiert die Ausgestaltung gemeinsam mit dem pädagogischen Personal.
Vor wichtigen Entscheidungen wird der Elternbeirat vom Leitungsteam informiert und dazu angehört.

Elternmitarbeit
• im Elternbeirat
• bei der Ausgestaltung von Festen
• bei Aktivitäten und Aktionen in Absprache mit den Gruppenleitungen, z. B. Vorlesepaten, Plätzchen backen, Fahrgemeinschaften …

6.2 Kooperation mit Personen und Institutionen
Kooperation bezeichnet das Zusammenwirken verschiedener Personen, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen.
Unser Kindergarten ist in ein System von Kooperationspartnern eingebunden. Die Zusammenarbeit und der fachliche Austausch bieten die Grundlage für eine positive Bildungs- und Erziehungspartnerschaft. Diverse Kooperationspartner dienen den Fachkräften zur eigenen Weiterbildung und zur Reflexion und werden nach Bedarf in Anspruch genommen.

 

Bildrechte: beim Autor

6.3 Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung

Orientierungshilfe zur Umsetzung
Im § 8a des Sozialgesetzbuches VIII (Kinder- und Jugendhilfe) hat der Gesetzgeber den Schutzauftrag definiert. Hier wird u. a. auch unsere Verantwortung für das Wohl der Kinder betont und ein Weg aufgezeigt, wie diese Aufgabe konkret im Kontakt mit den Eltern wahrgenommen werden soll. Somit sind wir verpflichtet, bereits bei Verdacht auf Kindswohlgefährdung (z. B. körperliche und seelische Vernachlässigung/Misshandlung, sexuelle Gewalt) tätig zu werden.
Die Grundlage dafür ist eine genaue Beobachtung der Kinder. Fallen uns dabei Entwicklungsverzögerungen oder Probleme auf, gehen wir aktiv auf die Eltern zu. Uns ist eine gute Erziehungs- und Bildungspartnerschaft mit den Eltern sehr wichtig, wie im Punkt 6.1 Demokratisch-partizipative Bildungs- und Erziehungsarbeit mit den Eltern zu erkennen ist.

Umgang mit erhöhtem Entwicklungsrisiko
(z. B. Entwicklungsverzögerung oder drohender Behinderung)
• Genaue Beobachtung und Dokumentation des Kindes
• Information der Eltern über den Entwicklungsstand und Möglichkeiten der gezielten Förderung des Kindes über Fachkräfte (innerhalb) und außerhalb des Kindergartens
• Abstimmung mit den Eltern über das Hinzuziehen einer Fachkraft, um das Kind gezielt zu fördern
• Abstimmung mit den Eltern und der Fachkraft über das weitere Vorgehen

Umgang mit konkreter Gefährdung des Kindeswohls

In regelmäßigen Abständen wird das Team zu diesem Thema geschult, ein Formular zur Einschätzung einer Kindeswohlgefährdung wird zu Hilfe genommen.

Vorgehensweise

Bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung nach § 8a:
• Genaue Dokumentation (u. a. durch ein Formular zur Einschätzung einer
• Kindeswohlgefährdung)
• Einrichtungsinterne Überprüfung des Verdachts im gemeinsamen Team
• Information des Trägers, sobald sich der Verdacht als stichhaltig erweist
• Hinzuziehen der „insoweit erfahrenen Fachkraft“, die hilft, das Gefährdungsrisiko

einzuschätzen (anonyme Beratung)
• Festlegen von weiteren Maßnahmen zur Abwendung der Gefährdung unter Einbezug der Erziehungsberechtigten (z. B. Vermittlung an Frühförder- oder
Erziehungsberatungsstelle, gegebenenfalls Meldung an das Jugendamt)

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7 Qualitätsmanagement

7.1 Fortbildungen

Unser Träger stellt uns jedes Jahr einen Etat zu Verfügung, den wir für Fortbildungen nutzen können.
Darunter fallen sowohl Einzelfortbildungen für jedes Teammitglied, als auch Inhouse-Fortbildungen für das Gesamtteam.
Jeder Mitarbeiter hat die Möglichkeit 1-2 Fortbildungen im Jahr zu besuchen. Diese wählt jeder nach seinen individuellen Bedürfnissen und Interessen.
Die Lerninhalte der jeweiligen Fortbildungen werden in der Teamsitzung weitergegeben. Durch diese Rückmeldung profitieren alle Mitarbeiter.
Der Vorteil einer Inhouse-Fortbildung besteht darin, dass alle Mitarbeiter sich mit den Inhalten auseinander setzen, und so Veränderungen in der Einrichtung gemeinsam vorgenommen werden können.

Regelmäßige Leitungstreffen
• Fachtage und Konferenzen im Landratsamt
• Ev. Kitaverband: Fachberatung für alle evang. Einrichtungen im Landkreis
• Leitungstreffen mit den Bad Aiblinger Einrichtungen
Fachzeitschriften und -literatur stehen dem gesamten Team zur Verfügung.

7.2 Qualitätssicherung der pädagogischen Arbeit

Eltern
• Jährliche Elternumfrage mit Auswertung und Diskussion darüber mit Team, Elternbeirat und Träger
• Transparenz der pädagogischen Arbeit durch Aushänge

Team + Leitung
• Reflexion der pädagogischen Arbeit im Klein- und Großteam
• Reflexion von Festen und Ritualen im Großteam
• Überarbeitung und Weiterentwicklung der Konzeption
• Mitarbeitergespräche einmal jährlich mit der Leitung
• Fortbildungen zu verschiedenen Themen
• Regelmäßige Auffrischung von 1. Hilfe Kursen, Brandschutzvorschriften, regelmäßige Informationen zu den aktuellen Hygienestandards …
• Leitungstreffen und –besprechungen in verschiedenen Kreisen

Träger + KV-Ausschuss
• Dienstbesprechungen und häufige Kontakte per Telefon und e-mail
• Treffen mit dem KV-Ausschuss in regelmäßigen Abständen

7.3 Beschwerdemanagement

Beschwerden der Kinder erkennen
Uns ist es wichtig, die Bedürfnisse aller zu erkennen (verbal und nonverbal) und darauf zu reagieren.
• jährliche Elternumfrage enthält eine Umfrageseite für die Kinder
• Smiley´s für positive und negative Situationen -> Kinder legen Steine und beschließen, was geändert werden kann
• „Vermittler“ sein für die Kinder – „an die Hand nehmen“ als Hilfe und Unterstützung
• Anteilnahme, Empathie, Zuhören
• fragende Haltung einnehmen
• Erzählkreise mit positiven und negativen Rückmeldungen zu Erlebtem
• gemeinsame Gestaltung der Spielecken bzgl. Spielmaterialien (Abstimmung!)
• Rolleneinteilung, z. B. bei Aufführungen über Partizipation, anschl. Rückmeldung über die Zufriedenheit
• Mittagessen: Was schmeckt besonders gut, was gar nicht und was sollte es öfter geben?

Beschwerden der Eltern
Wir pflegen einen offenen Umgang mit den Eltern.
• Elterngespräche -> auch Tür und Angelgespräche
• Elternbriefkasten (Anregungen- /Wünschekasten), wird durch Elternbeirat geleert und bei Bedarf mit der Leitung besprochen, die es dann in den Teamsitzungen als Besprechungspunkt auf die Tagesordnung nimmt
• jährliche Elternumfrage (anonym)
• zeitnahe Lösung von Schwierigkeiten oder Problemen mit dem Kind in der Einrichtung oder zu Hause -> Elterngespräch (terminiertes EG sowohl ausgehend vom päd. Personal, als auch auf Wunsch der Eltern)
• Elternbeirat als Bindeglied (Vermittlerfunktion)

Beschwerden des Teams
Im Team leben wir ein vertrauensvolles Miteinander, das von Ehrlichkeit geprägt ist.
• jährliches Mitarbeitergespräch mit der Leitung; wenn nötig, auch mehrmals
• Aufnahme der Beschwerde in den Teamsitzungen, wenn nötig
• regelmäßiger Kontakt mit dem Träger -> wichtig ist uns eine zeitnahe Bearbeitung der Beschwerde
• vierteljährliche Treffen mit dem Kirchenvorstandsausschuss, der für die Belange des Kindergartens zuständig ist


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Träger:
Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Bad Aibling
Martin – Luther – Hain 2
83043 Bad Aibling
Telefon: 08061 - 2487

Trägervertreter:   Pfarrerin Katharina Rigo 

Kindergartenleitung:   Carmen Hellfritsch

Konzeption neu erstellt im Kindergartenjahr 2016/17
erarbeitet vom Gesamtteam:

  • Ingeborg Böjte
  • Melanie Huber
  • Stefanie Ringk
  • Nadja Baldassari
  • Marianne Mayer
  • Annette Schreder
  • Susanne Englhart-Huber


Hauptverantwortlich:

  • Carmen Hellfritsch
  • Andrea Mayer
  • Johanna Weigl